(Foto: privat)

Oberhausen. Die Mitarbeitervertretung (MAV) des Evangelischen Krankenhauses Oberhausen hat heute das Büro des Oberbürgermeisters der Stadt Oberhausen, Daniel Schranz, aufgesucht, um dort einen Brief an ihn und den Rat der Stadt Oberhausen, sowie eine Unterschriftensammlung von ca. 500 Unterschriften abzugeben. Es geht dabei um die vom Rat der Stadt Oberhausen beschlossene Parkraumbewirtschaftung rund um das Evangelische Krankenhaus Oberhausen, die die Bemühungen vorhandenes Personal zu halten bzw. neues zu gewinnen, sehr erschweren werden. Die MAV hofft, dass der Oberbürgermeister bereit ist, mit Ihnen über das Problem zu reden.

“Erst kürzlich sind wir im Evangelischen Krankenhaus darauf aufmerksam geworden, dass im Rat der Stadt Oberhausen eine Veränderung im Bereich der Parkraumbewirtschaftung beschlossen wurde. Dieser Beschluss trifft uns nicht nur überraschend, da diese Information bisher offensichtlich eher defensiv der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde, sondern auch im Besonderen, da unsere kritische personelle Situation sich dadurch massiv verschlechtern könnte. Im März hat der Oberbürgermeister noch an einer Veranstaltung der lokalen CDU in unserem Krankenhaus, zu der der Bundesgesundheitsminister Hr. Jens Georg Spahn eingeladen und erschienen war, teilgenommen”, heißt es einleitend in dem Brief an den OB. Bei dem Termin wurde in aller Ausführlichkeit aufgezeigt, wie desolat aktuell der Markt für Pflegekräfte, Hebammen und anderes Krankenhauspersonal ist.

“Entlastung ist dringend erforderlich, weshalb eine Verschärfung der Personalsituation durch veränderte, verschlechterte Rahmenbedingungen zwangsläufig die Folge sein wird. Entlastung könnten wir nur durch den Zugewinn neuer Mitarbeitender von Außen tatsächlich herbeiführen, was voraussetzt, dass wir das limitiert vorhandene  Personal erst einmal halten können müssten”, erklärt die MAV weiter.

Zusätzliche Parkkosten würden bei vielen Mitarbeitenden aber zu der Überlegung führen, ob es für sie noch sinnvoll ist, weiterhin im EKO zu arbeiten, wenn es andere Möglichkeiten ohne diesen Kostenaufwand gibt. “Wir als EKO tun alles, um intern im Rahmen unserer Möglichkeiten unser Personal zu halten, sehen unsere Bemühungen durch den erwähnten Ratsbeschluss allerdings deutlich in Frage gestellt. Für eine in Vollzeit beschäftigte Arbeitskraft (z.B. eine Krankenschwester) würde die Umsetzung des Ratsbeschlusses zukünftig eine Belastung zwischen 100- 200 € pro Monat an Parkgebühren bedeuten. Diese Belastung ist an sich in verschiedenen Gehaltsgruppen schon nicht tragbar, wobei durch die erhobenen Parkgebühren Mitarbeitende sicher grundsätzlich auch auf Abwanderungsgedanken gebracht werden könnten, weil es viele Krankenhäuser im Umkreis gibt, wo keine Parkgebühren erhoben werden”, ist die zentrale Kritik der Mitarbeitervertretung.

Detlef Witt von der MAV verdeutlicht, “dass wir hier nicht von Kolleginnen und Kollegen sprechen, die mit dem Auto zum EKO fahren, während sie im Marienviertel wohnen. Die Kolleginnen und Kollegen, die darauf angewiesen sind mit dem Auto zum EKO zu kommen, wohnen weiter entfernt und pendeln mit dem Auto mangels anderer Verkehrsmöglichkeiten zu uns. Sie kommen vom Niederrhein, aus dem Düsseldorfer oder Kölner Raum, aus dem westfälischen Raum oder überall dorther aus entlegenen Gebieten, wo öffentliche Verkehrsmittel und  Verkehrsverbindungen durch vorhergehende politische Beschlüsse ausgedünnt oder sogar abgeschafft wurden. Kurzum können sie gar nicht anders hierher gelangen.”

Deshalb würden die Ratsmitglieder und die Verwaltung mit der Umsetzung des Ratsbeschlusses und den anhängenden Parkgebühren dem EKO sicher einen Bärendienst erweisen und es in den Bemühungen, das Personal zu hegen und zu pflegen, um es am EKO zu halten, einen herben Schlag versetzen.

Nebenbei erwähnt Witt, “dass es durch den Beschluss bei gleichzeitig nicht vorhandener Parkraumbewirtschaftung rund um andere Krankenhäuser in Oberhausen auch zu einer Wettbewerbsverzerrung kommen würde. Da ich nicht davon ausgehe, dass der Rat der Stadt Oberhausen diese Konsequenzen mit in seine Überlegungen bzgl. der Parkraumbewirtschaftung rund um das EKO einbezogen hat und die Reichweite der Entscheidung absehen konnte”, möchte er den Oberbürgermeister Schranz, sowie den Rat der Stadt Oberhausen bitten, erneut über diese Situation nachzudenken, um bei gemeinsamen Überlegungen mit der MAV eine Lösung für die Mitarbeitenden des Evangelischen Krankenhauses Oberhausen herbeizuführen.

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