Prof. Dr. Bánk Beszteri (Foto: UDE/Bettina Engel-Albustin)

Essen. Algen werden massiv unterschätzt: „Sie produzieren fast so viel Sauerstoff wie überirdisch wachsende Pflanzen und nehmen genauso Kohlenstoff auf“, sagt Dr. Bánk Beszteri. Der neue Professor für Phykologie (Algenkunde) untersucht an der Fakultät für Biologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) u.a. ihre Evolution. Für seine Forschung nutzt er u.a. die Algensammlung CCAC, die mit über 7.500 lebenden Algenkulturen eine der größten ihrer Art ist.

Bánk Beszteri studierte Biologie, Schwerpunkt Molekularbiologie an der Budapester Eötvös Loránd University (1994-1999). Danach ging er u.a. ans Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, wo er 2004 über die pflanzenartigen Wasserwesen promoviert wurde. Dort forschte er dann zur Evolution der chemischen Kommunikation unter Zellen (2005) und in der Bioinformatik (2006 bis 2009). Anschließend ging er als Postdoktorand an die Oregon State University, USA, wo er bis 2010 in der marinen Mikrobiologie arbeitete. Bevor er an die UDE berufen wurde, war er als Senior Scientist in der Sektion Polarbiologische Ozeanographie des AWI zuständig für eine andere große Algensammlung.

Mit dem Team der UDE-Wasserforschung wird der 43-Jährige untersuchen, wie sich die Algen evolutionär entwickelt haben. „Mich interessiert vor allem, wo, wann und wie sie sich an schnell ändernde Lebensbedingungen anpassen, da das nicht nur aus Sicht der Evolutionsgeschichte, sondern auch mit Blick auf die nahe Zukunft eine Relevanz hat“, sagt er. Neben ihrer Bedeutung für Stoffumsätze verrieten sie viel über den Zustand aquatischer Ökosysteme.

Außerdem möchte der gebürtige Ungar die Algen mit Methoden des maschinellen Lernens (ML) sortieren, damit Wissenschaftler*innen sie besser einordnen können. „Wir entwickeln großskalige mikroskopische Methoden und ML-Techniken, um die Arbeit der immer weniger werdenden Algen-Taxonomen zu unterstützen und fortzuführen.“ Auch der ökologische Status von Gewässern ließe sich so gut ermitteln.

Beitrag drucken
Anzeigen