Frank Börner MdL (Foto: Büro Börner)
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Duisburg. Die Zahl der unbesetzten Stellen an den Schulen in NRW ist in den ersten vier Monaten dieses Jahres von 5800 auf 7400 angestiegen. Davon ist auch Duisburg leider schon länger betroffen: seit vier Jahren besteht in der Ruhrgebietsstadt gravierender Lehrermangel. Zum 01. Mai wurden an den Duisburger Schulen zum zweiten Mal in diesem Jahr Lehrerstellen ausgeschrieben – ohne echten Erfolg. Von 175 ausgeschriebenen Stellen konnten 105 nicht besetzt werden. Vor allem die Förder- und Grundschulen sind mit Personal unterversorgt. Nur 1 von 25 offenen Stellen konnte besetzt werden. Das bedeutet unweigerlich in der Folge einen massiven Unterrichtsausfall, den die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen nicht auffangen können. So fallen wöchentlich in ganz Duisburg 2865 Unterrichtsstunden aus.

„Ein Skandal“, schimpft Frank Börner MdL (SPD), Mitglied im NRW-Schulausschuss. „Das Bildungsniveau sinkt und die Landesregierung schaut tatenlos zu – wie das Streichquartett auf der Titanic.“

Börner weiß auch, dass man keine Lehrer aus dem Hut zaubern kann, aber man kann es Lehrkräften etwas schmackhafter machen, an eher unbeliebten Schulen zu arbeiten. Vorschläge gibt es genug: Die Landesregierung könnte Lehrern z. B. einen sozialindizierten Gehaltszuschlag monatlich zahlen, wenn sie sich für eine Schule in einer Region mit besonderem Bedarf entscheiden. Oder endlich die Eingangsbesoldung für alle Lehrer auf A13 anheben, um die Ungleichbehandlung von Lehrkräften an den unterschiedlichen Schulformen zu beenden. Das wäre nur gerecht und würde vermehrt Personal an die Grund- und Förderschulen bringen. Alternativ könnte die Landesregierung auch durch ein sozialindiziertes Zuweisungsverfahren Lehrer an Schulen mit besonderem Bedarf verweisen. Des Weiteren muss es für Seiteneinsteiger eine Nachqualifizierung geben, damit diese als ordentliche Lehrer anerkannt werden.

Alles das wäre möglich, um den Unterrichtsausfall einzudämmen, aber leider passiert nichts. Im Gegenteil: der CDU-Finanzminister freue sich über nicht ausbezahlte Lehrergehälter, mit denen er Lücken im Haushalt schließen kann.

Börner fordert, dass als kurzfristige Maßnahme dafür gesorgt wird, dass die eingesparten Personalmittel in den Schulen verbleiben und „kapitalisiert“ werden. Das Geld kann dann mit Hilfe zusätzlichen außerschulischen Personals in multiprofessionellen Teams für pädagogische Zwecke verwendet werden. „Wir erwarten, dass die Landesregierung hier zeitnah tätig wird. Es ist höchste Zeit“, so Börner abschließend.

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