Beim Einbürgerungsempfang im Kulturpunkt Friedenskirche ließ sich der gebürtige Brite Robert Ernest Johnson von Oberbürgermeister Frank Meyer live einbürgern. Mit ihm freute sich seine Frau Marlis Johnson (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof)

Krefeld. Empfang im Kulturpunkt Friedenskirche mit Live-Einbürgerung

Mit einem Empfang im Kulturpunkt Friedenskirche hat Oberbürgermeister Frank Meyer neu eingebürgerte Krefelder offiziell in der Stadt begrüßt. Binnen der vergangenen zwei Jahre hatten sich mehr als 800 Menschen in Krefeld dazu entschlossen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Dazu durchliefen sie ein vorgegebenes Verfahren im Fachbereich Migration und Integration. Es galt unter anderem nachzuweisen, dass sie die deutsche Sprache sprechen, sich seit mindestens acht Jahren rechtmäßig im Land aufhalten und ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Darüber hinaus mussten sie einen Test zur Staatsbürgerkunde bestehen und mehr als 250 Euro Gebühren zahlen. „Eine neue Staatsangehörigkeit bekommt man nicht geschenkt, man muss sie sich hart erarbeiten. Es war Ihnen eine Menge Mühe, Zeit und Geld wert, deutsche Staatsbürgerin oder deutscher Staatsbürger zu werden. Wenn ich ihre Lebensgeschichten höre, dann bin ich stolz, mit wie viel Emotion und Begeisterung Sie sich zu unserem Land und zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen – und ein Stück weit auch zu Krefeld“, erklärte der Oberbürgermeister in seiner Rede.

Der größte Teil der neu eingebürgerten Krefelderinnen und Krefeld stammt ursprünglich aus der Türkei. 153 der insgesamt 808 eingebürgerten Personen haben dort ihre Wurzeln. Auf dem zweiten Platz folgen bereits die Briten mit 83 Einbürgerungen: Neben der Krefelder Vergangenheit als Teil der britischen Besatzungszone wird angesichts dieser Zahl auch ein „Brexit-Effekt“ vermutet. Auf den weiteren Plätzen folgen Polen (58 Einbürgerungen), Griechen (47) und Italiener (26). Auch weitere osteuropäische sowie asiatische Länder sind gut vertreten. Insgesamt haben die Eingebürgerten ihre Ursprünge in rund 90 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt.

Bei den neuen deutschen Staatsbürgern handelt es sich zum Teil um Menschen, die vor vielen Jahren eingewandert sind, zum Teil aber auch um gebürtige Krefelder, die erst mit Verzögerung den Schritt gewagt haben, einen deutschen Pass zu beantragen. „Willkommen heißen muss ich Sie nicht mehr, denn Sie sind schon lange ein Teil dieses Landes und ein Teil unserer Stadt. Sie gehören zu Krefeld, aber das war auch schon vorher so – das hängt nicht alleine an Ihrem Pass“, betonte der Oberbürgermeister. Im Anschluss an die Rede nahm er noch eine Live-Einbürgerung vor: Der aus Großbritannien stammende 63-jährige Krefelder Robert Ernest Johnson, der seit 1979 in Deutschland lebt, legte im Kulturpunkt das traditionelle Bekenntnis zur Einbürgerung ab: „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“

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