Informationstag des UKD-Hörzentrums am 12. Juni im Haus der Universität: Alleine in Düsseldorf leiden etwa 50.000 Menschen an Hörschäden (Foto: Heinrich Heine Universität/Ivo Mayr)

Düsseldorf. Informationstag des UKD-Hörzentrums am 12. Juni: „Schon geHÖRT? – Neueste Informationen aus der Welt des Hörens und Verstehens“

Den Fernseher lauter stellen, in Menschengruppen nicht mehr alles Gesagte verstehen oder die Türklingel nicht mehr hören. Für rund 14 Millionen Menschen in Deutschland – immerhin fast jeder Fünfte – gehört das zum Lebensalltag: Sie leiden an Schwerhörigkeit. Betroffene kommen aus allen Altersstufen. Über Therapiemöglichkeiten – insbesondere durch moderne Hörgeräteversorgung und Implantate – informieren die Experten des Hörzentrums am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) daher am Mittwoch, 12. Juni 2019, von 14 bis 17 Uhr vor und im Haus der Universität in der Düsseldorfer Innenstadt anlässlich des diesjährigen Cochlea Implantat-Tages. Mit dabei sein wird auch das Hörmobil des Deutschen Schwerhörigen Bundes. Hier sind kostenlose Hörtests möglich.

Alleine in Düsseldorf leiden laut einer Stellungnahme des Düsseldorfer Seniorenrates aus dem Jahr 2016 etwa 50.000 Menschen an Hörschäden, rund 1.800 von ihnen gelten als ertaubt. „Viele Betroffene von Hörverlust merken das erst gar nicht. Sie werden von ihren Freunden und der Familie angesprochen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Klenzner, Ärztlicher Leiter des Hörzentrums und stellv. Direktor der HNO-Klinik am UKD. In der Regel können zunächst sehr hohe Töne nicht mehr gehört werden, später kommen dann auch die tieferen Tonbereiche dazu.

Die Häufigkeit einer solchen Störung nimmt bei älteren Menschen deutlich zu: Bei den über 60jährigen sind rund ein Drittel betroffen, bei den über 70jährigen bereits jeder zweite. Aber auch die Zahl der schwerhörigen jüngeren Menschen steigt deutlich an.

Hörgeräte und Implantate können helfen: Frühzeitige Maßnahmen sind entscheidend

Besonders in lauten Umgebungen können viele Patientinnen und Patienten dann nur noch schlecht zum Beispiel einzelnen Gesprächen folgen. Prof. Klenzner: „Das führt natürlich zu einer deutlichen Reduzierung der Lebensqualität, was einen sozialen Rückzug und psychische Belastungen zur Folge haben kann. Man kann das verstehen: Wenn ich auf einer Feier außer der lauten Musik nichts mehr gut verstehen kann, verliere ich irgendwann die Freude an solchen Veranstaltungen an sich. Umso wichtiger, dass frühzeitig Maßnahmen einer Therapie ergriffen werden. Das reicht von der Hörgeräteversorgung über den Einsatz von Mittelohrprothesen bis hin zu den sogenannten Cochlea Implantaten“, so Klenzner.

Zentraler Punkt der Aktionen rund um den Deutschen Cochlea Implantat-Tag ist daher die Frage, wie moderne Hörgeräte und Hörimplantate in jedem Lebensalter helfen können. Vor Ort stehen die Experten des UKD-Hörzentrums für Gespräche und ganz individuelle Fragen kostenlos zur Verfügung.

 

Cochlea Implantat-Tag 2019
„Schon geHÖRT? – Neuste Informationen aus der Welt des Hörens und Verstehens“

12. Juni 2019, 14-17 Uhr,

vor und im Haus der Universität, Schadowplatz 14,

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

Zum UKD-Hörzentrum:
Im UKD-Hörzentrum arbeiten Mediziner, Logopäden, Audiologen und auch Pädagogen Hand in Hand. Und das sowohl vor, als auch nach der Operation: Um die Patienten umfassend versorgen zu können, werden alle Reha-Maßnahmen ambulant direkt vor Ort im Hörzentrum durchgeführt. Zusätzlich gibt es Kooperationen mit externen Stellen, um ein für den Patienten und seine Bedürfnisse sinnvolles Netzwerk zu entwickeln.

„Wir begleiten Patienten vom ersten Gespräch über die Operation bis zu den Reha-Maßnahmen. Zusätzlich unterstützen wir auch bei der Inklusion im Alltag und besuchen zum Beispiel Kinder im Kindergarten oder der Schule sowie Erwachsene am Arbeitsplatz“, erklärt Wiebke van Treeck, Diplom-Heilpädagogin am Hörzentrum.

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