Das Töchterchen von Christiane Nadolski (Mitte) ist einige Wochen zu früh auf die Welt gekommen und trägt eines der hübschen Kleidungsstücke. Das Team der Neugeborenenintensivstation dankt Jessi Zeller (l.) und Petra Kother (vorn, 2.v.l.) vom Verein Sternenzauber und Frühchenwunder (Foto: privat)
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Oberhausen. Verein spendet Neugeborenenintensivstation im St. Clemens-Hospital farbenfrohe Frühchenkleidung

Nicht immer kommen Kinder zum errechneten Termin, sondern deutlich früher auf die Welt. Eine schwierige Situation für viele Eltern, die nicht selten von der Geburt überrascht werden und sich um ihr Baby sorgen. Oft fehlt es auch an Kleidung, denn nichts, was es im Laden zu kaufen gibt, passt den kleinen Kämpfern. Hier kommen die fleißigen Handarbeiterinnen des Vereins „Sternenzauber und Frühchenwunder“ ins Spiel.

Auf einem Tisch der Neugeborenenintensivstation im St. Clemens-Hospital in Sterkrade stapeln sich lauter bunte Kleidungsstücke für die Kleinsten unter den gerade auf die Welt gekommenen Kindern. Da liegen Hosen, Bodys, Mützen, Pucksäcke, Mini-Schühchen und Decken, allesamt mit fröhlichen Mustern und Motiven und vor allem: Mit viel Liebe genäht. Mehrmals im Jahr besuchen Jessi Zeller und Petra Kother die Neugeborenenintensivstation sowie den Kreißsaal und bringen herzallerliebste Sachen für die Frühchen. Die Oberhausenerinnen engagieren sich für den Verein Sternenzauber und Frühchenwunder, der in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg rund 400 Krankenhäuser, Hebammen, Hospize, Frauenärzte und Bestatter versorgt. Gemeinsam mit den über 1500 fleißigen Ehrenamtlichen nähen sie die tollen Sachen und helfen damit nicht nur den Eltern von zu früh geborenen sondern auch von Sternenkindern, also den Babys, die nur sehr kurz in der Mitte ihrer Lieben verweilen dürfen, weil sie während der Schwangerschaft, der Geburt oder kurze Zeit später versterben. Sie alle sollen würdig empfangen oder eben auch verabschiedet werden können.

„Wir möchten den Familien helfen, ihnen mehr Farbe in die oft triste Umgebung bringen und die Zeit in der Klinik etwas bunter gestalten“, sagt Petra Kother. Besonders gerne näht sie kleine Decken für die Babys aber auch solche, um Wärmebettchen und Inkubatoren ein fröhliches Gewand zu geben. „Besonders gefragt sind Bodys und Oberteile“, berichtet Jessi Zeller. Die kleinste Größe beträgt gerade mal 36 Zentimeter. Die Stoffe sind allesamt neu und wurden gespendet, genäht wird in ganz Deutschland und anschließend in mehreren Lagern zusammengetragen, die bundesweit verteilt sind. „Wir möchten nur die schönsten und besten Sachen nähen“, erklären die Frauen. Das sei ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Dieses Mal haben sie auch Geschenke für die Eltern mit im Gepäck: Zu Weihnachten und Ostern gibt es immer kleine Besonderheiten wie dieses Mal ein Schlüsselanhänger, der mit einem Kleeblatt verziert ist, das sich auf einem Halstuch für das Baby wiederfindet. „Wir werden hier richtig verwöhnt“, freut sich Stationsleiterin Astrid König und nimmt gleich ein Set für ein neugeborenes Mädchen, das vor wenigen Tagen einige Wochen zu früh das Licht der Welt erblickt hat.

Der Verein „Sternenzauber und Frühchenwunder“ finanziert sich ausschließlich über Spenden und ehrenamtliches Engagement. Die Mitglieder gehen selbst aktiv auf die Kliniken zu und bieten ihre Zusammenarbeit an.

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