Übergabe von Archivgut des Jazz-Klub Krefeld an das Stadtarchiv (v.l.): Jürgen Sauerland-Freer, Leiter des Kulturbüros, Günter Holthoff vom Jazzklub Krefeld. Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs, und Christoph Kuntze vom Jazzklub Krefeld (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)
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Krefeld. Verein feiert 40-jähriges Jubiläum mit besonderen Konzerten

Der Jazzklub Krefeld hat seinen Archivbestand mit Vereinsunterlagen aus den ersten 30 Jahren seines Bestehens an das Stadtarchiv übergeben. Die Schenkung umfasst Aktenordner mit Fotos, Programmheften, Plakaten, Pressetexten und Korrespondenz mit Musikern. „Damit haben wir eine tolle Überlieferung zur Musikgeschichte in der Nachkriegszeit erhalten. Hier im Archiv möchten wir die Stadtgeschichte möglichst umfassend und nicht nur aus Sicht der Verwaltung präsentieren. Darum sind wir sehr begeistert von diesen Dokumenten“, freut sich Dr. Christoph Moß, der stellvertretende Leiter des Stadtarchivs.

„Der Jazzklub wurde 1979 aus der Not heraus geboren“, berichtet Günter Holthoff, Grünungsmitglied des Klubs. Der Verein wurde ins Leben gerufen, um den damals verschuldeten Jazzkeller mithilfe von Spenden, Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen zu retten. Durch Sponsoren und Benefizkonzerte war dieses Ziel schnell erreicht und der „Förderverein“ des Jazzkellers hatte seinen Zweck erfüllt. „Aber der Klub machte einfach Spaß“, meint Holthoff. Es habe viele Gespräche mit bekannten Musikern gegeben und der Jazzklub entwickelte ein Eigenleben. „Wir haben tausende Konzerte veranstaltet, die genaue Zahl ist nicht zu erfassen“, berichtet der Jazzliebhaber. 1985 fand das erste Mini-Jazz-Festival im Vorhof der Burg Linn statt. Daraus entwickelte sich das internationale Festival „Jazz an einem Sommerabend“, welches heute ein Highlight im Kulturprogramm der Stadt darstellt.

Aktuell hat der Jazzklub Krefeld rund 375 Mitglieder, die sämtliche Veranstaltungen des Vereins ehrenamtlich organisieren. „Wir halten persönlichen Kontakt mit den Musikern und Agenturen und sind Ansprechpartner für deren Tourplanung“, weiß Christoph Kuntze, der Kassenwart des Jazzklubs. Jährlich finden rund 50 Konzerte und Aktionen an verschiedenen Standorten in Krefeld statt. Dazu gehören beispielsweise der Jazzherbst im Theater, Konzerte im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Habima und Jazzstunden mit jungen Bands im Musikunterricht der Krefelder Schulen. Städtische Zuschüsse unterstützen die Arbeit des Vereins. „Die Förderpolitik handelt nach der Maßgabe ‚Fördern, was es schwer hat‘ und das ist beim Jazz leider der Fall“, meint Jürgen Sauerland-Freer, der Leiter des Fachbereichs Kultur. Umso erfreulicher sei es, dass der Jazzclub als ehrenamtlicher freier Akteur diese Musikrichtung dezentral über die Stadt verteile.

„Dieses Jahr wird der Jazzklub 40 und das Jazzfestival 35 Jahre alt“, freut sich Kuntze. Um dies zu feiern, wurden die diesjährigen Quartalsflyer von mehreren jungen Krefelder Designern gestaltet und von einer Krefelder Druckerei produziert. Damit wird die Verbindung des Vereins mit der jungen kreativen Szene und der Stadt deutlich gemacht. Auch einige besondere Konzerte wird es in diesem Jahr geben: Am 6. Juli spielt das mittlerweile weltbekannte Michael Wollny Trio als „Hauptact“ bei „Jazz an einem Sommerabend“, im Dezember wird es im Rittersaal der Burg Linn ein feierliches Abschlusskonzert des Jubeljahres geben.

„Die Übergabe der Vereinsunterlagen an das Stadtarchiv leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes von Krefeld. Das sollten wir mit anderen freien Kultureinrichtungen viel öfter machen“, so Sauerland-Freer. Im Archiv gebe es bereits Unterlagen vom Theater am Marientor und von der Kulturfabrik. „Für uns als Archiv ist es wichtig, solche Einrichtungen zu dokumentieren, da sie ein bedeutender Teil der Krefelder Kulturgeschichte sind“, fügt Dr. Moß hinzu. Der Bestand des Jazzklubs wird im Laufe der nächsten Monate vom Archiv erfasst und für interessierte Bürger nutzbar gemacht werden. „Denn unser größtes Ziel ist es, dass die Krefelder sich bei uns mit vielen geschichtlichen Themen befassen können. Im Bereich Musikgeschichte sind wir dabei jetzt einen großen Schritt weiter“, so der Archivar.

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