(Foto: privat)
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Düsseldorf. Hans-Joachim Kaps bietet am UKD eine Selbsthilfegruppe für Partner krebskranker Frauen an

„Die Krebsdiagnose meiner Frau hat auch mich schwer getroffen“, sagt Hans-Joachim Kaps. Vor acht Jahren diagnostizierte ein Arzt Eierstockkrebs. „Zunächst bin ich abgetaucht, habe dann aber festgestellt: Du musst Deiner Frau helfen.“ Hilfe suchte sich der heute 62-Jährige bei der Selbsthilfegruppe „WIR – Partner krebskranker Frauen“. Hier fand er die Unterstützung, die er dringend brauchte. Heute engagiert er sich dort selbst und bietet eine regelmäßige Männer-Gesprächsgruppe an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf an.

„Der Krebs steht als Damoklesschwert über einer Beziehung“, beschreibt Hans-Joachim Kaps. Und er rät dazu, offen mit der Erkrankung umzugehen, auch in ganz schweren Fällen. „Bei manchen Krebsarten ist es unausweichlich: Der Tod wird kommen. Es ist wichtig, dass man sich damit auseinandergesetzt hat.“

Hans-Joachim Kaps hat seine erkrankte Ehefrau über Jahre eng begleitet, hat alle Höhen und Tiefen durchlebt. Von der Aufopferung für seine Partnerin und dem Verzicht auf eigene Ansprüche, von seiner versuchten Flucht in den Alkohol bis hin zur Überwindung der Sucht und sehr innigen gemeinsamen Momenten. „Wenn der Akku leer ist, kann der Mann seiner Partnerin nicht mehr helfen“, so die Rückschau des Hildeners. Er rät dazu, sich ab und zu auszuklinken, um etwas für sich selbst zu tun. „Daraus zieht man die Kraft, um wieder für die erkrankte Frau da zu sein.“ Kaps war schon lange Jahre Mitglied im Verein „Dampfbahn Leverkusen“. Dort hat er sich auch nach der Krebsdiagnose hin und wieder mit Hingabe dem Erhalt einer „Aufsitzeisenbahn“ gewidmet. „Daraus habe ich immer Energie gezogen“, so Kaps.

Er warnt hingegen vor dem regelmäßigen Trinken: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Alkohol den Kopf frei macht.“ Man gleite langsam, ohne es zu merken in eine Sucht ab und sei am Ende ebenfalls hilfsbedürftig aber keinesfalls eine Stütze für die Partnerin.

Zuversicht am Ende des Abends

„Der Besuch der Selbsthilfegruppe war sehr wertvoll für mich“, sagt Hans-Joachim Kaps – sowohl während der Erkrankung als auch nach dem Tod seiner Frau, die vor zweieinhalb Jahren verstorben ist. In der Kölner Gruppe von „WIR“ ist Kaps der Vierte, der seine Frau verloren hat. „Es ist gut, dass wir auch Männer dabeihaben, die diese Erfahrung gemacht haben.“ Der Austausch über die Furcht vor dem Tod der Partnerin spiele in der Selbsthilfegruppe eine große Rolle. „Es kommt vor, dass bei uns geweint wird. Aber am Ende des Abends gehen wir auseinander und jeder hat etwas Zuversicht gewonnen oder zumindest den einen oder anderen wertvollen Hinweis mitbekommen.“

„Männer tun sich erst einmal schwer, über Erkrankungen und die Beziehungsebene zu sprechen“, weiß der Hildener. „Gleichzeitig fühlen sie sich aber in Extremsituationen hilflos.“ Insofern biete seine Selbsthilfegruppe den geeigneten Rahmen: „Wir haben ein großes Vertrauensverhältnis in der Gruppe. Wir befinden uns in einem geschlossenen Raum, aus dem nichts nach außen dringt. Spätestens beim zweiten Besuch machen alle auf.“

„Nach unseren Erfahrungen tut es vielen Partnern von schwer erkrankten Frauen sehr gut, wenn sie sich über die Herausforderungen, die mit der schwierigen Lebensphase einhergehen, austauschen können“, sagt Prof. Dr. med. Tanja Fehm, Direktorin der Frauenklinik. „Insofern sind wir Herrn Kaps sehr dankbar, dass er mit seiner Selbsthilfegruppe hier bei uns ein Gesprächsangebot unterbreitet.“

Fester Gruppentermin in Düsseldorf

Hans-Joachim Kaps lädt alle Interessierten jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr zum Treffen der Selbsthilfegruppe „WIR – Partner krebskranker Frauen“ ein. Treffpunkt ist der Warteraum des Brustzentrum in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, Gebäude 14.22.

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