Rund 30 Ärztinnen und Ärzte des Helios Klinikum Duisburg sind nun ABS-zertifiziert (Foto: Helios)
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Duisburg. Antibiotika gehören für Menschen nach wie vor zu den wichtigsten Mitteln zur Behandlung von bakteriellen Infektionen. Vielleicht ist es gerade deshalb immer wieder Thema in den Medien: Antibiotika werden viel zu häufig verschrieben und eingenommen und führen deshalb zu Resistenzbildung bei den Bakterien.

Um dieser Resistenzentwicklung entgegen zu wirken, hat die Bundesregierung die Deutsche Resistenzstrategie (DART) ins Leben gerufen, welche neben der Prävention nosokomialer Infektionen auch Antibiotikaresistenzen bekämpfen soll. In diesem Rahmen sind die Krankenhäuser aufgefordert, sogenannte „Antibiotic Stewardships“ (ABS) zu etablieren und umzusetzen. ABS bedeutet den rationalen Einsatz von Antibiotika, d.h. eine gezielte auf den Erreger abgestimmte Therapie mit einer Therapiedauer nach aktuellen Empfehlungen. Die Einnahme nach dem Grundsatz „bis die Packung leer ist“ ist nicht mehr allgemeiner Konsens.

Im Helios Klinikum Duisburg wurden deshalb vor kurzem 22 Ärzte als sogenannte „antibiotic stewards“ ausgebildet, insgesamt hat das Klinikum damit rund 30 ABS-qualifizierte Kollegen. Diese unterstützen in ihren Abteilungen Frau Dr. Nathalie Pausner, selbst Infektiologin (Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, DGI) und ABS-Expertin (DGI) bei ihrer täglichen Arbeit. Auf allen Intensivstationen und in allen Abteilungen bis auf wenige Ausnahmen finden regelmäßige ABS-Visiten statt. Ziel ist es, die Dauer der Antibiotikagabe zu verkürzen, die Dosierungsmenge zu optimieren und schon früh mit einer gezielten Behandlung, d.h. mit erregerspezifischen Wirkstoffen zu beginnen.

So werden die besten klinischen Behandlungsergebnisse für die Patienten erreicht und einer Resistenzentwicklung weltweit und bei dem Patienten selbst vorgebeugt.

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