(Foto: Angelika auf der Horst, NABU-Jüchen)
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Jüchen. Kröten und andere Amphibien machen sich derzeit auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Hauptsächlich Erdkröten wandern im Bereich des Pumpenbuschs als Winterlebensraum, über die K25 zu den Feuchtgebieten von Schloß Dyck.

Gesichtet werden verschiedene Molche, Frösche und Kröten. Meist starten sie ihre Wanderung in der Dämmerung und sind daher für Autofahrer schlecht zu sehen. Tausende kommen auf den Straßen ums Leben. Dabei sind zehn Lurcharten ohnehin vom Aussterben bedroht.

Warum sind Amphibien so wichtig?

Kröten, Frösche und Molche spielen eine große Rolle bei der Stabilität des ökologischen Gleichgewichts. Auf deren Speiseplan stehen Regenwürmer, aber auch Mückenlarven und Schnecken, die dem Menschen unangenehm werden können.

Der NABU-Jüchen setzt sich seit Jahren konsequent für deren Erhalt ein.

Damit die Amphibien nicht erfasst und getötet werden, bringt das Tiefbauamt vom Rhein-Kreis Neuss dankenswerterweise schon seit einigen Jahren einen Fangzaun an und installiert Kröten-Kästen im Bereich des Pumpenbuschs. Die Amphibien sollen am Fangzaun entlanglaufen und in die einzelnen Kästen fallen. Die Aktiven des NABU-Jüchen kontrollieren regelmäßig die Kästen.

Sobald die Wanderung beginnt, werden die Kästen mehrmals täglich geleert.

Die Tiere werden für die Statistik bestimmt und gezählt. Sie werden sicher über die Straße getragen und im Bereich von Schloß Dyck, ihrem Sommerlebensraum, ausgesetzt. Amphibien wandern erfahrungsgemäß ab fünf Grad, es sollte dunkel und feucht sein. Falls diese Bedingungen nicht gegeben sind, wird die Wanderung unterbrochen und sie graben sich teilweise in den Boden ein. Diese Wanderbewegungen dauern etwa drei bis vier Wochen.

Dagegen zieht sich die Rückwanderung zum Winterquartier über einige Monate hin. Berthold Holzhöfer, Parkleiter von Schloss Dyck, konnte letztes Jahr beobachten, dass es auch eine kleine Wanderbewegung von der Maronenallee zum Schloß gab. Der NABU-Jüchen hat dieses Jahr auch dort einen Fangzaun aufgestellt. Es bleibt abzuwarten wie groß die Amphibienpopulation in diesem Bereich ist. Der NABU-Jüchen erwartet gespannt das Ergebnis der diesjährigen Zählung. Im letzten Jahr wurden über 3000 Amphibien von den Aktiven über die Straße getragen und somit gerettet.

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