Das kleine Neubaugebiet am Schlosspark hat mit 480 Euro pro Quadratmeter den höchsten Richtwert für Wohnbauland im gesamten Stadtgebiet (Foto: pst)
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Moers. Um durchschnittlich 5,2 Prozent hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Moers die Bodenrichtwerte für Wohnbauland flächendeckend zum 1. Januar erhöht (Vorjahr: 4,8 Prozent). Der Ausschuss reagierte damit auf die weiterhin steigenden Preise auf dem Immobilienmarkt. In guter und sehr guter Lage stiegen die Werte um 20, in mittlerer Lage um 10, in einfacher Lage und den Außenbereichen um 5 Euro pro Quadratmeter mehr. Der Ausschuss beschloss für das kleine Neubaugebiet am Schlosspark – Dr.-Hermann-Boschheidgen-Straße – erstmals einen Richtwert: 480 Euro pro Quadratmeter ist der höchste für Wohnbauland im gesamten Stadtgebiet. Im Industriegebiet an der Pattbergstraße nördlich der A 42 gibt es für 2019 einen zusätzlichen Bodenrichtwert für Gewerbe (50 Euro/Quadratmeter). Alle weiteren Gewerbeflächen blieben unverändert. Dies gilt auch für Acker- und Grünland (4,50 Euro).

Rekord bei den Weiterverkäufen
Die Anzahl der Kaufverträge stieg geringfügig (1,2 Prozent), der Geldumsatz von 236,1 auf 245,8 Millionen Euro (4,1 Prozent). Den größten Anteil machen die Ein- und Zweifamilienhäuser aus (rund 100,9 Millionen Euro). Während der Verkauf von Ein- und Zweifamilienhäusern insgesamt stieg (2,4 Prozent), gab es bei den Neubaumaßnahmen einen Negativrekord seit Einrichtung des Gutachterausschusses im Jahr 1981. Grund ist nicht das mangelnde Interesse, sondern die fehlenden Flächen. Im Gegenzug stiegen die Anzahl der Weiterverkäufe und die Preise auf Rekordniveau (durchschnittlich plus 9 Prozent). Eine Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenendhaus kostet heute im Mittel 280.000 Euro. Der Flächenumsatz ging um 13,3 Prozent zurück. Das ist hauptsächlich auf den Verkauf von meist kleineren Gewerbeflächen zurückzuführen.

Wohnungen boomen
Der Umsatz-Boom beim Wohnungseigentum im Jahr 2017 konnte noch einmal überschritten werden. Verkäufe stiegen insgesamt um 2 Prozent, der Geldumsatz um etwa 4,2 Prozent. Meist handelte es sich um Weiterverkäufe (plus 21,5 Prozent). Der durchschnittliche Preis für eine Bestandsimmobilie in guter Lage liegt mit 2.200 Euro pro Quadratmeter 100 Euro über dem Preis des Vorjahres. Neue Wohnungen bewegen sich zwischen 3.000 und 3.300 Euro pro Quadratmeter, in Spitzen-Lagen bis zu 4.500 Euro.

Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen erhöht
Die Immobilienrichtwerte für Wohneigentum wurden aufgrund der allgemeinen Entwicklung in 17 Bereichen erhöht. Die Analysen ergaben eine Veränderung  in den Baujahresgruppen 1981 bis 2010 um 2 Prozent. Bei älteren Wohnungen gab es keine Veränderungen. Grundsätzlich werden die Immobilienrichtwerte sehr gut angenommen und sind ein wichtiges Instrument für die Markttransparenz.

Infobox: Alle Produkte des Gutachterausschusses, wie Bodenrichtwerte, Immobilienrichtwerte, Grundstücksmarktbericht, können kostenfrei im Internet unter www.boris.nrw.de eingesehen und heruntergeladen werden. Telefonisch ist die Geschäftsstelle unter 02841/201-485 oder 201-497 erreichbar.

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