Positive Zwischenbilanz über das Kommunale Integrationszentrum im Rhein-Kreis Neuss gezogen (von links): Ulrike Weyerstraß, Serap Güler und Kreisdirektor Dirk Brügge (Foto: S. Büntig/Rhein-Kreis Neuss)
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Rhein-Kreis Neuss. Integrationsstaatssekretärin Serap Güler hat bei einem Besuch die Bedeutung der Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums (KI) im Rhein-Kreis Neuss unterstrichen. „Mir ist wichtig, die Integrationsarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten vor Ort persönlich kennenzulernen. Die Bedarfe sind in den Regionen sehr verschieden. Das müssen wir stärker berücksichtigen“, so Güler in einem Gespräch mit Kreisdirektor Dirk Brügge und dem KI-Team unter Leitung von Ulrike Weyerstraß.

Nordrhein-Westfalen ist das einzige Bundesland, in dem es Kommunale Integrationszentren gibt. Die Einrichtungen bieten Angebote für Kinder und Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte, die die Bildungschancen verbessern sollen. Daneben koordinieren sie die Aktivitäten und Angebote der Kommunen und freien Träger in Bezug auf Integration und das Zusammenleben in Vielfalt. Seit 2015 unterstützen die KIs im Rahmen des Landesprogramms „KOMM-AN NRW“ Bürgerinnen und Bürger, die sich vor Ort um Geflüchtete kümmern.

Staatssekretärin Güler lobte bei ihrem Besuch im Kreishaus Neuss die Einrichtungen: „Für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort sind die Kommunalen Integrationszentren mittlerweile unverzichtbar. Die Landesregierung wird der kommunalen Integrationsarbeit neue Struktur verleihen und hat vereinbart, die Voraussetzung für eine auskömmliche Finanzierung aus Landesmitteln bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 zu sichern.“ Bei aller berechtigten Aufmerksamkeit für die Neuzugewanderten solle man aber auch nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die bereits dauerhaft hier lebten.

Das KI im Rhein-Kreis Neuss entwickelt unter anderem Angebote zur sprachlichen Bildung für zugewanderte Menschen. Dadurch soll ihnen der Einstieg in einen Beruf erleichtert werden. Daneben sollen interkulturelle Öffnungsprozesse helfen, Konflikten rund um integrationsrelevante Themen vorzubeugen.

Für Kreisdirektor Brügge ist das KI ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt: „Das Erlernen der deutschen Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesellschaftliche Integration sowie die Aufnahme eines Arbeitsplatzes oder einer Ausbildung. Auch interkulturelle Bildung spielt hier eine wichtige Rolle für gegenseitiges Verständnis. Wir sind der Landesregierung dankbar für die fortgesetzte Unterstützung und greifen dies gern aktiv auf.“

Im Jahr 2012 hatte der Landtag mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in NRW beschlossen. Damit wurde auch der Grundstein für die Einrichtung der Kommunalen Integrationszentren gelegt. Heute verfügen alle 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW über ein KI. 2016 wurden insgesamt rund 39,4 Millionen Euro für die Arbeit der Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Davon kamen 19,6 Millionen Euro aus den kommunalen Haushalten, 14,5 Millionen Euro waren Landesmittel und fast 5,3 Millionen Euro waren Stiftungs- und Drittmittel.

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