Dieter Zeleken (l.), Bezirksdienstbeamter aus Norf und der Leiter des Bezirksdienstes in Neuss, Thomas Doege (Foto: Polizei)

Duisburg/Rhein-Kreis Neuss/Neuss. Ist Strom unser Benzin der Zukunft? “Wir können diese Frage heute noch nicht beantworten”, sagt Rainer Pannenbäcker, Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW) in Duisburg. “Aber vor dem Hintergrund der intensiven Diskussionen über Dieselkraftstoff und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe hält auch die Polizei das Thema Elektromobilität im Blick.”

Seit dieser Woche testet die NRW-Polizei zwei Elektroroller im täglichen Dienst. In den Behörden Rhein-Kreis Neuss und Wuppertal sind die Roller ab sofort im Bezirks- und Schwerpunktdienst im Einsatz. Hier hatte man bereits erste Erfahrungen mit Elektromobilität im Bereich Service und Logistik gemacht.

Seit Dienstag (20.03.) gehört ein Elektroroller (BMW-C-Evolution Long Range) zum Fuhrpark. Das 275 Kilogramm schwere Modell wird in den nächsten Monaten auf Herz und Nieren getestet. Der für die Stadt konzipierte Roller wird in der Testphase beim Bezirksdienst in Norf eingesetzt und dient der Erprobung alternativer Antriebskonzepte im Bereich der Polizei.

Das dynamische, im Design der Streifenwagen farblich abgestimmte Modell, hat eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern mit einer Nennleistung von 26 PS (Spitzenleistung 48 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 129 km/h. Um den gewichtigen Roller im Schritttempo besser rangieren zu können, ist eine Rückfahrhilfe integriert.

Nach den ersten Fahrkilometern mit dem Elektro-Scooter zieht ein sichtlich begeisterter Bezirksdienstbeamter Dieter Zeleken sein erstes Resümee “Man fühlt sich nie untermotorisiert. Autofahrer staunen, wie schnell und nahezu geräuschlos der Stromer über die Straßen gleitet.”

Im Bereich Service und Logistik setzen mittlerweile auch andere Behörden Fahrzeuge mit Elektroantrieb ein. Beim Polizeipräsidium Essen kommen im Logistikbereich zum Beispiel zwei Nissan eNV200 zum Einsatz.

“Für den Streifendienst und Sonderrechtsfahrten ist Elektromobilität aufgrund der Reichweiten und Ladekapazitäten noch kein Thema”, betont Pannenbäcker. “Aber die Marktentwicklung ist rasant und dürfte sich vor dem Hintergrund der Diskussion über Dieselkraftstoffe weiter beschleunigen.” Mit Blick auf innovative Antriebsarten betreibt das LZPD NRW regelmäßig Marktschau. “Im letzten Jahr hatten wir ein Wasserstoff-Fahrzeug kurzzeitig im Test”, sagt Pannenbäcker. “Ein Polizeifahrzeug im Alltag, dessen Antrieb nur Wasserdampf ausstößt, kann man sich heute aufgrund der Rahmenbedingungen noch nicht so richtig vorstellen, aber die weitere Entwicklung wird zeigen, was realisierbar ist. Wir behalten die Zukunft fest im Blick.” (ots)

Elektroroller der NRW-Polizei (Foto: Polizei)
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